Gespräch mit Wojciech D³ugoborski, dem Bürgermeister von Gryfino.
-Die Gemeinde Gryfino investiert seit Jahren zielstrebig in den Ausbau und die Modernisierung der kommunalen Infrastruktur.
-Jedes Jahr bestimmt der Stadtrat von Gryfino für die Investitionen einen bedeutenden Teil von Haushaltsmitteln. In diesem Jahr sind es 18,5%. Von der Wirtschaftlichkeit der Selbstverwaltung einer Gemeinde zeugt aber nicht nur die Beteiligung der Investitionen im Gemeindehaushalt, sondern auch die Größe und der Umfang der Investitionen über den Haushalt hinaus, die von der Selbstverwaltung angeregt oder unterstützt werden und das Lebensniveau der Einwohner verbessern.
-Die jetzt bekannteste Investition von Gryfino ist zweifellos der Bau des Wasserzentrums LAGUNA.
-Wir freuen uns, dass der mehrjährige Bauzyklus dieses großen Sport-, Erholungs- und Rehabilitationskomplexes bald beendet wird. Vor zwei Jahren wurde die Sporthauptanlage mit dem 25 m langen Schwimmbecken in Betrieb genommen. Jetzt wird der Bau der Erholungsanlage mit der Schwimmbeckenanlage, den künstlichen Wellen, der Sauna, dem Fitness und den Körperertüchtigungsanlagen beendet.
Das ist eine typische gemeinsame Investition, die von der Stiftung für Sportanlagenbau in der Stadt und Gemeinde Gryfino realisiert wird. Die Gemeinde beteiligt sich daran mit der Sacheinlage in Form des Geländes mit einer Fläche von 13 ha und hat die Bankgarantien unterschrieben, die mit einem Kredit von 4 Mio. PLN verbunden waren. Einer der Hauptstifter dieser Investition ist die Kraftwerkanlage Dolna Odra A.G. in Nowe Czarnowo.
-Der Bau eines großen Wohngebäudes im Zentrum von Gryfino wird auch bald beendet.
-Das Gebäude mit 44 Wohnungen in Garbarska Str. ist eine Investition der Sozialwohnungsbaugesellschaft von Gryfino (TBS), die in Folge der Umwandlung des ehem. Wohnungswirtschaftsbetriebes entstand. TBS von Gryfino bekam das Gelände von der Gemeinde, die Stadt- und Gemeindeverwaltung half bei der Erledigung aller erforderlichen Formalitäten. Die kommunalen Wohnungen, die von den Familien frei gestellt werden, die die neu gebauten Wohnungen beziehen werden, bekommen die wartenden Familien mit niedrigeren Einkommen.
-Die Gemeinde war auch in der letzten Zeit Investor bei einem Wohngebäude.
-In diesem Jahr haben wir das kommunale Vierfamilienhaus in Chwarstnica vermietet, das an Stelle des vor Jahren abgerissenen ehemaligen sog. Lehrerhauses gebaut wurde. Diese Investition ist mit dem Ausbau der lokalen Grundschule und dem Bau einer Sporthalle verbunden. Das gesamte Vorhaben wird 2002 beendet. Der Bau des Hauses kostet uns ca. 800.000 PLN, die Gesamtkosten des Ausbaus der Schule werden mit dem Betrag von ca. 3 Mio. PLN abgeschlossen.
-Die größten Investitionen in der Gemeinde betreffen aber den Ausbau der kommunalen technischen Infrastruktur.
-Das ist wahr. Indem wir das langfristige Investitionsprogramm realisieren, das sich aus der Studie für Bedingungen und Richtlinien der Raumordnung in der Gemeinde ergibt, haben wir seit dem Vorjahr die gesamte Erschließung der nördlichen Regionen der Gemeinde mit der Vasserver- und -entsorgung begonnen. Dieses Vorhaben haben wir mit der durch die Hauptverwaltung für Öffentliche Straßen, Niederlassung Nord-West in Szczecin realisierten Modernisierung der Bundesstraße Nr. 118 auf der Strecke Radziszewo - Daleszewo verbunden. Die beiden Leitungen werden in die Grube unter der gebauten Straße gelegt. Das Wasser wird schon im kommenden Jahr fliessen, nachdem das Netz fertig wird, das diese Orte mit der Wasserentnahmestelle in Dêbice verbinden wird. Das Wasserentsorgungsnetz wird erst 2003 fertig, nachdem der Ausbau der städtischen Kläranlage in Gryfino beendet wird.
-Werden Sie die bestehende Kläranlage ausbauen?
-Wir müssen. Die 1996 gebaute Kläranlage mit der Leistung von 5.000 m3/24 Std., nimmt jetzt schon in der Belastungsspitze ca. 4.500 m3/24 Std. auf. Es gibt immer mehr Abfalllieferanten. Laut dem vor Jahren beschlossenen Programm, fangen wir jetzt an, ein weiteres Modul zu bauen, das die Leistung um weitere 2.500 m3/24 Std. erhöhen wird.
-In unserem Interview vor zwei Jahren (siehe "RB" Nr. 3 (27) Art. u.d.T. "In die Seite der Normalität") erwähnten Sie die Absicht des Baus der Abwässerentsorgung und der Kläranlage im Sommerdorf Steklno.
-Das Abwässerentsorgungsnetz wurde dort im Vorjahr gebaut und Ende d.J. sollte die lokale Kläranlage mit der Leistung von 200 m3/24 Std. in Betrieb genommen werden. In der Zukunft planen wir den Ausbau dieser Kläranlage und den Anschluß der benachbarten kleinen Orte.
-Die Investitionen in der Wasserver- und -entsorgung sind nicht die einzigen Vorhaben, die mit dem vom Stadtrat beschlossenen Gemeindeprogramm des Umweltschutzes verbunden sind.
-Seit Jahren unternehmen wir auch Maßnahmen um die Energie zu sparen. In Schulgebäuden werden nach und nach die undichen Fenster gewechselt, die Kesselheizungsanlagen werden durch die umweltfreundlichen Gas- oder Ölheizungsanlagen ersetzt. Przedsiêbiorstwo Energetyki Cieplnej (Unternehmen für Wärmeenergie) GmbH hat große Investitionsvorhaben beendet, die mit der Wärmedämmung des Wärmeleitungsnetzes vebunden waren. Die kommunalen Häuser und die der Wohnungsbaugesellschaften werden weiter mit Wärmedämmung versorgt, weitere Häuser werden an das städtische Wärmenetz angeschlossen.
-Obwohl (oder vielleicht weil) wir in der Zeit der allgemeinen Motorisierung leben, benutzen immer mehr Menschen Fahrräder.
-An die Radfahrer haben wir gedacht, als wir es vor zwei Jahren zum Bau eines Fahrradweges gebracht haben, der über Miêdzyodrze in die Richtung des Grenzübergangs Gryfino - Mescherin führt. Mit der Unterstützung des Fonds Phare wurde im Vorjahr ein 2,5 km langer Abschnitt gebaut, der von Gryfino in die Richtung We³tyn führt. Der Fahrradweg wird nach unseren finanziellen Möglichkeiten weiter verlängert.
-Viele Einwohner der Gemeinde und Touristen nehmen die öffentlichen Verkersmittel in Anspruch.
-Der Stadt- und Gemeindevorstand hat ein dreijähriges Programm für den Bau und die Renovierung von Bushaltestellenüberdachungen beschlossen. Durch die Werbe- und Informationstafeln werden diese Überdachungen zu einem Werbeelement der Gemeinde. In diesem Jahr werden 25 Überdachungen gemacht, zwischen dem Dorf Pniewo und den Orten, die im Norden der Gemeinde liegen. Als Endziel ist im Programm der Bau von ca. 100 Überdachungen vorgesehen.
-Wann werden die wichtigsten Investitionen in der Gemeinde beendet?
-Das ist ein Prozeß ohne Ende. So wie wir heute, so wird die lokale Selbstverwaltung auch in der Zukunft vor dem Dilema stehen, welche notwendigen Vorhaben den Investitionsvorrang bekommen sollten.